Kaum ein Parasit ist bei Hundehaltern so gefürchtet wie die Zecke – und das aus gutem Grund. Zecken übertragen ernstzunehmende Krankheiten, sind in Deutschland mittlerweile fast ganzjährig aktiv und werden beim täglichen Spaziergang leicht übersehen. Hier erfährst du, worauf es wirklich ankommt.

Warum Zecken für Hunde gefährlich sind

Zecken selbst sind nicht das eigentliche Problem – gefährlich wird es durch die Krankheitserreger, die sie beim Blutsaugen übertragen können. Zu den bekanntesten zählen die Borreliose, die Anaplasmose und, vor allem in südlichen Regionen und bei Reisen, die Babesiose (Hundemalaria). Nicht jeder Zeckenstich führt automatisch zu einer Erkrankung, aber je länger eine Zecke saugt, desto höher das Übertragungsrisiko.

Wo Zecken besonders häufig vorkommen

Zecken warten meist in Gräsern, Sträuchern und am Waldrand auf einen Wirt – sie fallen nicht von Bäumen, wie oft angenommen wird. Besonders hohe Zeckendichten gibt es in hohem Gras, an Waldwegen und in der Nähe von Wild- und Weidetieren. Durch mildere Winter sind Zecken mittlerweile fast das ganze Jahr über aktiv, mit einem Höhepunkt im Frühjahr und Herbst.

Richtig absuchen: So gehst du vor

Nach jedem Spaziergang lohnt sich ein kurzer, systematischer Check – am besten, solange das Fell noch trocken ist. Besonders gründlich solltest du diese Stellen absuchen:

  • Ohren und Ohrränder, innen wie außen
  • Hals, Nacken und die Achseln der Vorderbeine
  • Bauch und Leistenbereich
  • Zwischen den Zehen und an den Pfotenballen
  • Rund um den Schwanzansatz

Bei langhaarigen Hunden hilft es, das Fell mit den Fingern gegen den Strich durchzukämmen, um die Kopfhaut wirklich zu sehen.

Eine Zecke gefunden – was jetzt?

Ruhe bewahren: Eine einzelne, frisch angesaugte Zecke ist meist kein Notfall. Mit einer Zeckenzange oder -karte fasst du die Zecke möglichst hautnah am Kopf und ziehst sie langsam und gerade heraus, ohne zu quetschen. Die Einstichstelle sollte anschließend beobachtet werden – bildet sich in den Tagen danach eine wandernde Rötung, matter Appetit oder Fieber, ist ein Tierarztbesuch sinnvoll.

Wichtig zu wissen

Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist in der Regel das Risiko einer Krankheitsübertragung. Eine Kontrolle direkt nach dem Spaziergang ist daher mehr als reine Routine.

Vorbeugung: Diese Schutzmaßnahmen gibt es

Der Markt an Zeckenschutzmitteln ist groß – von Spot-on-Präparaten über Halsbänder bis zu Kautabletten. Welches Mittel sinnvoll ist, hängt von Gesundheitszustand, Alter, Gewicht und dem individuellen Risiko deines Hundes ab (z. B. Wald- vs. Stadtspaziergänge, Reisen ins Ausland). Eine individuelle Einschätzung dazu gibt dir dein Tierarzt oder deine Tierärztin – pauschale Empfehlungen greifen hier zu kurz.

Warnzeichen nach einem Zeckenstich

Beobachte deinen Hund in den Tagen und Wochen nach einem Zeckenstich. Anzeichen, bei denen ein Tierarztbesuch ratsam ist:

  • Wiederkehrendes Fieber oder auffällige Mattigkeit
  • Lahmheit, die die Gliedmaße wechselt
  • Appetitlosigkeit über mehrere Tage
  • Eine sich ausbreitende, ringförmige Rötung um die Einstichstelle

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei konkreten gesundheitlichen Anliegen zu deinem Hund wende dich bitte an deine Tierarztpraxis.

Gut abgesichert für den Ernstfall

Tierarztkosten für Diagnostik und Behandlung nach einem Zeckenstich können ins Geld gehen. Wir beraten dich unabhängig und kostenlos zur passenden Krankenversicherung für deinen Hund.

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